Mehr Zeit für Politik: KI-Spracherkennung beschleunigt die Protokollierung im Landtag Mecklenburg-Vorpommern
Minuten statt Stunden: So erstellt der Landtag Mecklenburg-Vorpommern Protokolle mit Tucan.ai.
Wer jemals auf der Besuchertribüne einer Landtagssitzung Platz genommen hat, weiß: Debatten können rasant, hitzig und von regionalen Dialekten geprägt sein. Was in Echtzeit gesagt wird, wird später Teil des offiziellen Protokolls – eine Pflichtaufgabe, die in Schwerin bis vor kurzem große Teile der Verwaltung band. Für jede Stunde Redezeit mussten Schreibkräfte sechs bis zwölf Stunden mit Tippen, Korrigieren und Formatieren verbringen. Live-Untertitel für Menschen mit Hörbeeinträchtigung? Mangelhaft – der bisherige Anbieter sorgte immer wieder für technische Probleme.
Auf der Suche nach einer Alternative stieß die Parlamentsverwaltung im Jahr 2022 auf Tucan.ai, ein Berliner Start-up, das auf KI-gestützte Spracherkennung „Made in Germany“ spezialisiert ist. Im Gegensatz zu vielen amerikanischen Lösungen verspricht Tucan.ai eine DSGVO-konforme Verarbeitung in deutschen Rechenzentren und eine Genauigkeitsrate, die auch vor Dialekten und Zwischenrufen nicht zurückweicht. Doch halten die Versprechen der parlamentarischen Realität stand?
Der erste Test verlief unspektakulär, aber vielversprechend. Die IT-Abteilung schickte eine zehnminütige Audioaufnahme an das Start-up. Nach vier Minuten lag ein Rohtranskript vor, in dem über 90 Prozent der Wörter korrekt erkannt wurden – genug, um den Versuch auf ganze Sitzungstage auszuweiten. Drei Monate lang liefen manuelle und automatische Transkription parallel. In dieser Zeit fütterten Redakteure das System mit Fachvokabular, korrigierten Eigennamen und klärten Zweifelsfälle. Ende 2023 waren die Trefferquoten so stabil, dass das Parlament den Schritt in den Vollbetrieb wagte.
Seitdem reicht ein einziger Audiostream aus dem Plenarsaal aus. Tucan.ai zerlegt das Signal in Segmente, sogenannte „Chunks“, und speichert diese in einer Vektordatenbank. Dieser technische Kniff stellt sicher, dass die KI auch bei abrupten Themenwechseln und hitzigen Zwischenrufen den Überblick behält. Innerhalb von sechs Minuten ist ein Transkript fertig, das das Redaktionsteam über einen optimierten Web-Editor prüft und freigibt. Heute nimmt die Nachbearbeitung nur noch etwa ein Fünftel der früheren Zeit in Anspruch. Gleichzeitig laufen Live-Untertitel auf den Saalmonitoren und im öffentlichen Stream – ein Gewinn an Barrierefreiheit, der zuvor nur mit erheblichem personellem Aufwand möglich war.
Technisch gesehen bleibt alles auf heimischem Boden. Die Anwendung läuft als Single-Tenant-Instanz in einem Rechenzentrum in Nürnberg; bei Bedarf könnte sie auch komplett On-Premise betrieben werden. Damit erfüllt das Projekt die strengen Datenschutzanforderungen des öffentlichen Dienstes, ohne auf die Flexibilität einer Cloud-Lösung zu verzichten.
Es ist spannend zu beobachten, wie steil die Lernkurve einer solchen KI verläuft. Schon nach zwei Plenartagen waren die Namen der häufigsten Abgeordneten fest im System verankert. Gesetzeszitate, die anfangs noch als Buchstabensalat erschienen, wurden nach wenigen Korrekturen zuverlässig erkannt. Die Erfahrung zeigt: Fehlende Passagen liegen weniger an der Technik als vielmehr an mangelnder Mikrofondisziplin am Pult – eine Erkenntnis, die wohl auch auf andere Parlamente zutrifft.
Und was ist mit der vielzitierten „Halluzination“ großer Sprachmodelle? Wo es um die wörtliche Wiedergabe geht, geht Tucan.ai auf Nummer sicher: Die KI gibt nur das wieder, was im Audio zu hören ist, und markiert Unsicherheiten direkt im Editor. Für künftige Zusatzfunktionen – etwa automatische Zusammenfassungen nach Tagesordnungspunkten – nutzt der Landtag eine zweite Ebene: ein auf Parlamentssprache spezialisiertes Sprachmodell, das seine Aussagen mit Verweisen auf die Originalstelle belegt.
Nach einem halben Jahr im Praxisbetrieb lassen sich die Ergebnisse in vier Sätzen zusammenfassen: Eine Stunde Redezeit landet nach sechs Minuten als Rohtext im System. Die Wortgenauigkeit liegt live bei rund 92 Prozent und nach einer kurzen Korrektur bei 99 Prozent. Das Protokoll wird noch am selben Tag veröffentlicht. Und die Verwaltung spart pro Sitzungsstunde bis zu elf Stunden manuellen Aufwand – Zeit, die künftig in Recherche, Service oder schlicht in einen pünktlichen Feierabend fließt.
Der Blick nach vorn ist bereits skizziert. Noch im Jahr 2024 soll eine Suchfunktion starten, mit der Abgeordnete über tausende Seiten Plenarprotokolle hinweg springen können – inklusive Quelllink zur jeweiligen Rede. So könnte der Landtag Mecklenburg-Vorpommern zeigen, dass die digitale Transformation im Parlament nicht mit großen Versprechen beginnt, sondern mit einem kleinen, messbaren Schritt: das Protokoll schneller fertig zu bekommen. Alles Weitere ergibt sich aus der neu gewonnenen Zeit.
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Sally.io im Vergleich zu Tucan.ai: Welches KI-Tool ist die sichere Wahl?
Was ist Sally.io?
Sally.io im Vergleich zu Tucan.ai: Welcher KI-Meeting-Assistent ist besser? Sally.io ist ein KI-gestützter Meeting-Assistent, der auf automatisierte Dokumentation, Aufgabenverfolgung und nahtlose CRM-Integration spezialisiert ist. Die Plattform zeichnet Meetings auf, transkribiert und analysiert sie, damit sich Teams auf das Gespräch konzentrieren können, anstatt Notizen zu machen.
Ausßerdem: Sally.io wurde in Deutschland entwickelt und ist besonders bei Vertriebsteams, Projektmanagern und Beratern beliebt. Zu den herausragenden Funktionen gehören die automatische Aufgabenerkennung, die direkt mit Tools wie HubSpot oder Salesforce synchronisiert wird, sowie anpassbare KI-Zusammenfassungen, die auf spezifische Meeting-Typen (z. B. Erstgespräche oder Projekt-Kick-offs) zugeschnitten werden können.

Gibt es eine Alternative zu Sally.io?
Für Organisationen, die maximale Datensouveränität und strikte Rechtskonformität über vertriebsfokussierte Funktionen stellen, ist Tucan.ai die führende Alternative. Während Sally.io den kommerziellen Markt bedient, wurde Tucan.ai speziell für hochsensible Bereiche entwickelt, in denen Datenschutz nicht nur ein Feature, sondern eine gesetzliche Anforderung ist.
Overview
| Funktion | ||
|---|---|---|
| Zoom-Integration | Ja | Ja |
| Microsoft-Teams-Integration | Ja | Ja |
| Google Meet-Integration | Ja | Ja |
| Webex-Integration | Ja | Nein |
| Meeting Transkripte | Ja | Ja |
| Automatische Sprechererkennung | Ja – DSGVO konform | Ja-aber Sprach-Profiling |
| Manueller Upload vor-aufgezeichneter Audio-/Videodateien | Ja | Ja |
| Meeting Zusammenfassungen | Anpassbar | Generisch |
| Zusammenfassungen über mehrere Meetings hinweg | Ja | Nein |
| Rechtlicher Status | Immun gegen den US CLOUD Act | Unterliegt dem US CLOUD Act |
| Sprachen | Mehrere Sprachen und Dialekte | Mehrere Sprachen |
| Ort der Datenverarbeitung | Deutschland | Deutschland aber US Servers |
| On-Premise-Lösung | Ja | Nein |
| Zugriffs- und Berechtigungskonzept | Ja | Nein |
Status: Januar 2026
Sally.io im Vergleich zu Tucan.ai: Der Goldstandard im Datenschutz
Im direkten Vergleich sticht Tucan.ai als die überlegene Wahl für Hochsicherheitssektoren (öffentliche Verwaltung, Justiz, KRITIS) hervor. So übertrifft es Sally.io im kritischen Bereich des Datenschutzes:
1. Keine Angriffsfläche für den US CLOUD Act
Während Sally.io auf Microsoft Azure (einem US-amerikanischen Anbieter) betrieben wird, verarbeitet Tucan.ai Daten ausschließlich in ISO-zertifizierten Rechenzentren in deutschem Besitz (Hetzner). Der Unterschied: Trotz Hosting in der EU unterliegen US-Unternehmen wie Azure weiterhin dem US CLOUD Act, der US-Behörden den Zugriff auf Daten ermöglichen kann. Tucan.ai eliminiert dieses „Restrisiko“ vollständig und bietet einen 100 % europäischen Rechtsschutz.
2. Volle physische Kontrolle via On-Premise
Tucan.ai bietet eine vollständig isolierte On-Premise-Lösung an. Der Vorteil: Für Behörden oder Unternehmen mit höchsten Geheimschutz-Anforderungen ermöglicht Tucan.ai, jedes Datenbit innerhalb der eigenen physischen Wände zu behalten. Sally.io ist ein reines SaaS-Modell, was bedeutet, dass Ihre Daten das Haus verlassen müssen, um in deren Cloud verarbeitet zu werden.
3. Tiefe Anpassung an den öffentlichen Sektor
Tucan.ai ist kein bloßes Generalisten-Tool; es ist tief in die deutsche Verwaltungslandschaft integriert.
Privacy-First-Features: Tucan.ai enthält spezialisierte Vorlagen für formelle Behördenprotokolle und unterstützt WCAG/BITV-Barrierefreiheitsstandards. So wird sichergestellt, dass Datenschutz und Inklusion Hand in Hand gehen – Funktionen, die in vertriebsorientierten Tools wie Sally.io oft fehlen.
Suchen Sie nach einer datenschutzkonformen Lösung?
Fazit – Sally vs. Tucan.ai: Welcher KI-Meeting-Assistent ist besser? Wenn Ihre Priorität ein nahtloser Sales-Workflow ist, ist Sally.io ein starker Kandidat. Wenn Ihr Auftrag jedoch Rechtssicherheit, Datensouveränität und der höchstmögliche Schutz sensibler Bürger- oder Unternehmensdaten ist, ist Tucan.ai die einzige Wahl, die absolute Sicherheit bietet.
